Nationales Referenzzentrum (NRZ) für Systemische Mykosen
Institut für Medizinische Mikrobiologie
Leitung: Prof. Dr. U. Groß




Häufig gestellte Fragen und Antworten

Welchen Stellenwert hat der Nachweis von Pilzen im Stuhl?

Sprosspilze im Darm gehören zur normalen Körperflora und sind zunächst einmal als Normalbefund zu werten.
Sie können sich allerdings unter bestimmten Umständen, z.B. bei Störungen der Darmperistaltik oder bei längerer Antibiotika-Gabe überdurchschnittlich stark vermehren und dann ggf. Anlass für Verdauungsstörungen sein (Blähungen, Völlegefühl). Weniger eine Kohlenhydrat-arme "Pilzdiät" sollte hier helfen, als vielmehr die Behebung der zugrunde liegenden Störung. Zudem besteht die Gefahr, den Patienten bei primär bestehenden psychischen Problemen, die seiner Erkrankung unterliegen, wie es zum Beispiel beim Colon irritabile (Reizdarm) oft der Fall sein dürfte, unverantwortlich schnell auf eine "infektiöse" Ursache seiner Erkrankung  zu fixieren und damit fehlzuleiten.

Anders sieht es bei tatsächlich schwer immunsupprimierten Patienten oder bei z.B. HIV-Patienten aus. Hier kann der Pilz, insbesondere Candida albicans, tatsächlich Krankheitswert erhalten, indem er invasiv in die Schleimhaut einwächst und dort zu einer Entzündung (Soor) führt. Eine solche Entzündung kann schmerzhaft und auch eine Vorstufe einer weiteren Pilzverteilung im Körper sein. Solche Entzündungen lassen sich aber heute i.d.R. sehr gut behandeln. Menschen ohne schwere Immundefekte entwickeln solch "invasive" Mykosen in der Regel nicht.